Neues Diskussionspapier Deutsche Bundesbank 2018.09.26:

“Nicht-technische Zusammenfassung:

Fragestellung: Finanzkrisen gehen häufig aus dem Finanzsystem selbst hervor und weisen in vielen Fallen Zuge von sich selbst erfüllenden Erwartungen auf.

Wie beeinflusst die Wahrscheinlichkeit von Schocks, die aus dem Finanzsystem kommen, die Vermögenspreise und die Struktur des Bankensektors?

Welche Effizienzeigenschaften weisen Volkswirtschaften auf, wenn ihr Finanzsystem anfällig für solche Schocks ist?

Beitrag:

Wir untersuchen Wettbewerbsökonomien, in denen Banken ihren Kunden Einlagenverträge zur Versicherung ihrer Liquiditätsrisiken anbieten.

Wegen eines möglichen Koordinationsversagens, das durch ein “Sunspot”-Ereignis ausgelost wird, sind die Banken anfällig für Bank-Runs.

Im Vergleich zum Bankenmodell von Diamond und Dybvig (1983) können Banken in unserem Beitrag ihre Anlagen auf einem sekundären Interbankenmarkt handeln.

Die Einführung dieses Marktes verändert sowohl die Art der Gleichgewichte als auch deren Effizienzeigenschaften.

Ergebnisse:
Außer wenn ein “Sunspot”-Ereignis sehr wahrscheinlich ist, existieren Gleichgewichte, in denen kein Bank Run auftritt und die optimale Allokation erreicht wird.

Zudem stellen die Vermögensmärkte eine neue Ursache für multiple Gleichgewichte dar.

Diese Multiplizität entsteht dadurch, dass Erwartungen über die Vermögenspreise die Portfolioentscheidungen von Banken beeinflussen, welche wiederum die gleich gewichtigen Vermögenspreise bestimmen.

Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Volkswirtschaft, in der ein sicherer Banken-
sektor trotz volatiler Vermögenspreise die effiziente Liquiditätsversorgung bereitstellen könnte, sich auch in einem Gleichgewicht befinden kann, in dem Banken nicht die optimale Liquiditätsversorgung anbieten.

Darüber hinaus können in einem solchen ineffizienten Gleichgewicht niedrige Vermögenspreise zum Ausfall einer signifikanten Anzahl von Banken führen.

Der Vergleich multipler Gleichgewichte verdeutlicht, dass Marktliquidität und die Reservehaltung von Banken Substitute darstellen.”

Quelle: https://www.bundesbank.de/Redaktion/EN/Downloads/Publications/Discussion_Paper_1/2018/2018_09_26_dkp_39.pdf?__blob=publicationFile

“Enge finanzielle Verflechtungen zwischen Staaten und Banken zu einer Gefahr für die Finanzstabilität werden können – hier keine Fehlanreize setzen – übermäßige Risiken einzugehen” (Claudia Buch, 2014)

Unbedingt gucken: Phoenix “persönlich” – müssen die Banken bald schon wieder gerettet werden? Ciao Finanzkrise Hallo Finanzkrise?

Michael Krons im Gespräch mit Rainer Voss – ein Banker warnt vor den
großen Banken und ihren Menschen.

“Hinter jedem System stehen Menschen.”

https://www.phoenix.de/sendungen/gespraeche/phoenix-persoenlich/michael-krons-im-gespraech-mit-rainer-voss-a-330362.html

Fazit:

Geldsystem ist:

1. nicht stabiler als vor 2008

2. zu kompliziert (nicht mal die Banker blicken mehr durch was Sie da
eigentlich als Nebenwirkungen alles verursachen) – muss wieder
vereinfacht werden.

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