Systems

“Gib mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, dann ist es für mich gleichgültig, wer die Gesetze macht.“

Mayer Amschel Rothschild, Begründer der Bankendynastie Rothschild

Wenn sich die Zivilgesellschaft und die Realwirtschaft aus dem Würgegriff des Finanzsektors befreien will, dann benötigt sie eine vom Finanzsektor unabhängige Geldordnung. Wie eine solche Geldordnung aussehen könnte wird unter dem Begriff „Währungsinfrastruktur“ zusammengefasst.

(c) Klaus Stuttmann

Im Rahmen unserer Reihe „Bausteine einer Neuen Geldordnung“ wird Arne Pfeilsticker  einer dieser Bausteine vorstellen und Sie sind eingeladen daran mitzuarbeiten.  Mit diesem Vortrag eröffnet die Neue Geldordnung das Themenspektrum der Ausstellung “Geld der Zukunft”, die am 06.10.2017 eröffnet wird.

In unserem heutigen Währungs- und Finanzsystem sind Computer nicht mehr weg zu denken. Dennoch ist das heutige System gefangen im Denken einer Zeit, die das Wort Computer nicht einmal kannte. Das vorgeschlagene System ist ein neuer Entwurf, der Computer in seinen Genen verankert hat. Damit gelingt es, die unübersehbare Komplexität der Finanzprodukte, Finanzmärkte und des gesamten Finanzsystems radikal einfacher zu gestalten und gleichzeitig die Funktionalität in einer kaum vorstellbaren Weise zu verbessern.

Die radikale Vereinfachung ergibt sich aus wenigen und einfachen Regeln und dem Grundsatz, dass alle Nutzer gleichberechtigt sind und vom System gleich behandelt werden. Banken sind in diesem System normale Nutzer und haben keine Sonderstellung oder Privilegien. Die Komplexität des Währungssystems und der Finanzmärkte wird auf deutlich weniger als 1% reduziert.

Die hier vorgeschlagene Währungsinfrastruktur in öffentlicher Hand bedeutet nicht, dass die Geschäftsbanken verstaatlicht werden. Im Gegenteil, durch die Währungsinfrastruktur wird ausgeschlossen, dass staatliche Institutionen gezwungen sind, private Geschäftsbanken zu retten oder zu verstaatlichen.

Das Wort „Infrastruktur” wurde sehr bewusst gewählt, weil es analog zu einer Verkehrsinfrastruktur um die Grundlage geht, in der sich individuelles Verhalten entfalten kann. In einer gut ausgebauten Verkehrsinfrastruktur mit gut aufeinander abgestimmtem öffentlichem und privatem Verkehr wird die individuelle Mobilität nicht eingeschränkt, sondern erst ermöglicht.

Analog dazu führt die vorgeschlagene Währungsinfrastruktur nicht zu einer staatlichen Kreditvergabe. Im Gegenteil die Kreditvergabe wird auf eine erheblich breitere Basis gestellt und führt zu kostengünstigeren Kredite für alle. Das Kreditangebot wird differenzierter und die Kreditrisiken entkoppelt und breiter gestreut.

Das gesamte Währungssystem wird auf eine demokratische Basis gestellt, in der die einzelnen Teilnehmer erheblich größere Entfaltungsmöglichkeiten haben und direkte Einflussmöglichkeiten auf geld- und fiskalpolitische Entscheidungen.

Der Übergang auf das vorgeschlagene System ist fließend möglich. Wer eine Banking-Software einsetzt wird nach dem Übergang keinen Unterschied feststellen. Wer Online-Banking nutzt, wird lediglich feststellen, dass er auf alle seine Konten, egal bei welcher Bank, mit seinem Personalausweis zugreifen kann. Beide Nutzergruppen werden jedoch feststellen, dass sie zusätzliche Möglichkeiten haben die sie nutzen können, aber nicht müssen. Sie werden auch feststellen, dass alle Überweisungen sofort auf dem Konto des Zahlungsempfängers erscheinen und eine Überweisung auf ein falsches oder nicht vorhandenes Konto nicht mehr möglich ist.

Eintritt frei, Spende erbeten!

Details

Mo, 06.03.2017 * 19 Uhr 2. Stock Währungsinfrastruktur in öffentlicher Hand

Wenn sich Zivilgesellschaft und Realwirtschaft aus dem Würgegriff des Finanzsektors befreien wollen, dann ist eine vom Finanzsektor unabhängige Geldordnung nötig. Sie wird unter dem Begriff „Währungsinfrastruktur“ zusammengefasst. Im Rahmen der Reihe „Bausteine einer Neuen Geldordnung“ wird Arne Pfeilsticker einen dieser Bausteine vorstellen.
Veranstalter: Neue Geldordnung e. V.
Eintritt frei

Zuletzt bearbeitet am: 21.02.17

Datum: Mo 6.03
Zeit: 19:00-21:30
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Veranstaltung-Tags:
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Links:

http://neuegeldordnung.de/veranstaltung/waehrungsinfrastruktur-in-oeffentlicher-hand/

http://www.club-voltaire.de/veranstaltungen/

http://neuegeldordnung.de/author/peukert/

http://monneta.org/wp-content/uploads/2015/04/KommunaleWaehrungen-24.07.2013.pdf

as seen on: http://monneta.org/komplementaerwaehrungen%E2%80%A8-zur-foerderung-der-regionalen-wirtschaft-in-staedten-und-gemeinden/

“Cities and municipalities are interested in a stable economic situation of the local company. In addition to the need to promote the regional economy, there are in each commune social, cultural or environmental objectives, which may not be supported due to lack of money in the municipal budget and to the desired extent. A regional currency can be designed to match these concerns so that the necessary budget be significantly lower. You can bind purchasing power in the Region and also to small and medium-sized businesses an additional boost.

About The Author:

Anna-Lisa Schmalz works in Munich and is a qualified mathematician and computer scientist. She has worked, among other things, Software for banks and insurance companies. Since 2009, she is devoted to the theory and practice of the topic of complementary currencies. As a staff member at the Dachau regional currency Amper-Taler prepared for their connection to the regional EC Rosenheim significantly. In 2010, she wrote communities, a concept for Regional Economy, on the Basis of the ReWiG München eg (January 2011), ReWiG founded in Schlehdorf EC (January 2012) and the ReWiG Allgäu eg (July 2012). Since the founding, the Executive Board of the ReWiG München eg. She advises initiatives for the introduction of a complementary currency, and holds lectures and Workshops on various topics in this area.”

Related Links:

https://www.amazon.de/Regionale-Komplement%C3%A4rw%C3%A4hrungen-Deutschland-Stand-Entwicklungsm%C3%B6glichkeiten/dp/3842360681

http://www.moneypedia.de/index.php/Hauptseite

“someone has all our money – now give us more”

Bankenrettungen als einträgliches Geschäft

“Das Transnational Institute beziffert die Kosten auf mindestens 747 Milliarden Euro und kritisiert, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften für ihre früheren Fehler noch belohnt werden…”Das Geschäft mit Bankenrettungen” In einer aktuellen Analyse beziffert das “Transnational Institute” die Kosten der angeglich “alternativlosen” Bankenrettung auf mindestens 747 Milliarden Euro, die die europäischen Steuerzahler meist durch Erhöhung von Staatsschulden und mit jährlich immer neuen Zinszahlungen bestreiten mußten. Dazu kommen noch über 1,2 Billionen für Bürgschaften und Garantien. Read More »

‘Failing or likely to fail?’

Date published: 13 January 2017
Author: Christian M. Stiefmüller

‘Barely a year after its launch, a new European law that was supposed to put an end to bank bail-outs looks set to be failing already.

20 billion Euro. This is the total size of the cheque the Italian government is getting ready to sign, once again, to bail out Monte dei Paschi, the country’s third-largest bank, and possibly several other of the country’s ailing lenders. A drop in the ocean considering Italy’s public debt, which now stands at an eye-watering 2,224 billion Euro. And still, the bill would amount to some 334 EUR for every man, woman and child in the country. Ten years after the onset of the global financial crisis, taxpayer-funded bank bail‑outs could be back with a vengeance. How did this come to pass?

Since the beginning of 2016, a new European law ‒ the Bank Recovery and Resolution Directive ‒ has been in force to stop governments, once and for all, from bailing out big banks with taxpayers’ money arguing that they were “too big to fail”. The objective was clear: like any normal company, banks that fail should be liquidated. Banks that are too big to be liquidated in one fell swoop should be restructured and/or wound up at their investors’ expense, a process known as “resolution”. No longer should taxpayers foot the bill for bankers’ mistakes. If this sounded too good to be true, it probably was.

“The political appeal of protecting a large bank from being put into resolution is obvious.”

The new law already had some exceptions built in, allowing politicians to protect a bank from being wound up if its demise was likely to cause serious problems for the wider economy. To qualify for a taxpayer-funded rescue – or “precautionary recapitalisation” – that bank would, however, need to be fundamentally healthy and able to prove that its need for government support is only temporary. Moreover, it was made explicit that public funds could not be used to cover losses that have already occurred or which are expected to crystallise in the near term. Now experts across Europe question whether Monte dei Paschi, which is now on its third state-funded bail-out (after 2009 and 2012), complies with these criteria. By contrast, the European Central Bank – which is responsible, together with the Single Resolution Board, for ordering the bank to be restructured or wound up – appears to be satisfied it does. It will be up to the European Commission now to judge whether the Italian government’s rescue plan complies with State Aid rules. Regardless of whether or not that plan will ultimately pass muster – it looks as if the EU’s new legal framework for dealing with failing banks has been deftly sidestepped at its first big test.’

src: http://www.finance-watch.org/hot-topics/blog/1316-failing-or-likely-to-fail